Die Veranstaltungen der Anderen – Erster Teil

AUF-KleberIn der Landeshauptstadt wird trotz aller ernst gemeinter Dialogangebote der AfD seit vielen Monaten gerne über die Partei geredet, aber möglichst nicht mit ihr. Da man mit der AfD in Wiesbaden nicht diskutieren möchte, geht die Partei nun halt einfach auf die Veranstaltungen der Anderen.

Bei der von den GRÜNEN und der LINKE am Freitagabend veranstalteten Diskussion in Mainz-Kastel mit Politikwissenschaftler Peter Reif-Spirek waren unter den rund vierzig Zuschauern auch die drei AfD Stadtverordneten Lambrou, Lork und Schulz aus Wiesbaden anwesend.

Herr Reif-Spirek bot sowohl für die politische Linke als auch für die politische Rechte viele unbequeme Fakten und Wahrheiten. Ein aus Sicht der AfD Wiesbaden durchaus überzeugender Auftritt des Politikwissenschaftlers, auch wenn wir einige seiner Ansichten überhaupt nicht teilen können.

AfD-Fraktionsgeschäftsführer Robert Lambrou meldete sich gegen Ende der Debatte zu Wort und bat um mehr Gelassenheit in der Diskussion um die AfD. Die Partei wolle anders als einige im Saal befürchteten, die Demokratie natürlich nicht abschaffen und plädierte für einen Dialog, wie er in einer Demokratie sehr wichtig sei. Mehrere Teilnehmer antworteten, dass ihnen genau das nicht möglich sei wegen vieler aus ihrer Sicht völlig inakzeptabler inhaltlicher Aussagen der AfD.

Was betroffen macht: Herr Reif-Spirek sprach sich eindeutig für die ungestörte Versammlungsfreiheit der AfD aus, berichtete jedoch auch, dass er bei öffentlichen AfD-Veranstaltungen in Ostdeutschland teilweise heftig angegangen und nicht „nur“ angepöpelt wurde.

Die AfD Wiesbaden meint, AfD-Anhänger, welche demokratische Rechte und Respekt für sich selbst einfordern, sollten mit politisch Andersdenkenden unbedingt ebenfalls respektvoll umgehen. Da müssen einige AfD-Anhänger mancherorts dringend noch dazulernen.

Insgesamt ein sehr spannender Abend im Bürgerhaus Mainz-Kastel, der aber auch klar erkennen lies, wie ratlos viele der Anwesenden waren, wie man denn nun eigentlich mit der AfD umgehen soll.

Unser Fazit: Es scheint so zu sein, dass sich viele Menschen mit dem Dialog deshalb schwertun, weil sie im Grunde genommen das Existenzrecht der AfD in Frage stellen und es am liebsten hätten, wenn sich die Partei schnell in Luft auflöst. Das wird aber nicht passieren.

Demokraten reden miteinander. Das ist das Wesen einer Demokratie. Wenn sich immer größere Teile unserer Gesellschaft einem Dialog verweigern, nur weil der jeweils Andere eine andere politische Meinung hat, wo führt das eigentlich hin?

 

 

27.06.2016

Wiesbadener Kurier

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