Die Veranstaltungen der Anderen – Zweiter Teil

1In der Landeshauptstadt wird trotz aller ernst gemeinter Dialogangebote der AfD seit vielen Monaten gerne über die Partei geredet, aber möglichst nicht mit ihr. Deshalb geht die Partei seit Juni 2016 ganz einfach auf die Veranstaltungen der Anderen.

Nachdem drei AfD-Stadtverordnete bereits am 24. Juni eine Veranstaltung der GRÜNEN und der LINKE in Mainz-Kastell zum Thema AfD besuchten, nahmen am gestrigen Dienstagabend, den 6. September die beiden AfD-Stadtverordneten Michael Obergfell und Robert Lambrou an einer Veranstaltung der Wiesbadener LINKE und des WIESBADENER BÜNDNIS GEGEN RECHTS mit dem Thema „Die Neue Rechte und die AfD“ teil.

Beide Gruppen organisierten in Wiesbaden bereits Demonstrationen gegen die AfD. Die LINKE beim Besuch von Frauke Petry am 4. Dezember 2015 und das WIESBSDENER BÜNDNIS GEGEN RECHTS am 24. Februar 2016 bei der Rede von Armin-Paul Hampel.

Der Soziologe und Buchautor Andreas Kemper hielt einen längeren Vortrag mit dem Titel „Was will die AfD?“. In der anschließenden Diskussion meldeten sich die beiden Stadtverordneten zu Wort und die circa 60 Teilnehmer bekamen die ungeplante, aber sehr spannende Gelegenheit, Antworten auf ihre Fragen zur AfD aus erster Hand zu erhalten.

3Die Diskussion war lebhaft, sehr interessant und sicher nicht immer leicht für alle Beteiligten. Robert Lambrou und Michael Obergfell nahmen nicht nur Stellung zu Vorwürfen und kritischen Fragen, sondern hörten auch gründlich zu. Denn für die Vertreter der AfD Wiesbaden war es auch sehr wichtig, zu verstehen, warum eigentlich in Wiesbaden gegen die Partei demonstriert wird, anstatt mit ihr zu diskutieren.

Der gestrige Abend zeigte, dass eine Diskussion zwischen den verschiedenen Gruppen durchaus möglich ist, wenn beide Seiten ihn wollen. Der AfD Wiesbaden geht es dabei nicht um die Überzeugung politisch Andersdenker, sondern um gegenseitigen Respekt und eine Auseinandersetzung in der Sache mit demokratischen Mitteln.

Dem Referenten Herrn Andreas Kemper wurde nach der Veranstaltung das Angebot gemacht, jederzeit mit der AfD Wiesbaden ernsthafte Diskussionen zu führen. Der Soziologe nannte als Vorbedingung für Gespräche jedoch einen Ausschluss von Herrn Höcke aus der AfD.

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