Runder Tisch zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen – AfD nahm teil

1Am Mittwochabend, den 14. September 2016 fand im Stadtverordnetensaal im Wiesbadener Rathaus ein runder Tisch zu LSBTIQ-Lebensweisen statt.

Unter den rund 100 Personen befanden sich sowohl AfD-Fraktionsgeschäftsführer Robert Lambrou als auch mehrere homosexuelle Mitglieder der AfD-Wiesbaden.

Im Kern ging es um die Frage, ob in der Wiesbadener Stadtverwaltung eine Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eingerichtet werden soll.

Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) eröffnete die Veranstaltung mit einer fünfzehnminütigen Rede. Anschließend stellten die Leiter der LSBTIQ-Koordinierungsstellen aus München, Mainz und Frankfurt ihre Bereiche und die tägliche Arbeit vor. Danach gab es eine Diskussions- und Fragerunde.

Zum Ende der Diskussionsrunde meldete sich Robert Lambrou zweimal zu Wort. Er stellte sich kurz vor und informierte, dass die AfD Wiesbaden auch homosexuelle Mitglieder in ihren Reihen hätte, die im Kreisverband voll akzeptiert seien. Die AfD hätte auch durchaus Interesse an einer Koordinierungsstelle in Wiesbaden.

Aus den Wortmeldungen des AfD-Fraktionsgeschäftsführers ergab sich eine teilweise sehr lebhafte Diskussion zwischen Lambrou und dem Publikum, welches in dieser Veranstaltung leider deutlich gegen die AfD eingestellt war.

Lambrou wies als Beispiel für die grundsätzliche Akzeptanz des Themas auf Alice Weidel hin, die als offen bekennendes homosexuelles AfD-Mitglied, im Bundesvorstand sitzt und innerhalb der AfD allseits sehr geschätzt ist.

Nach dem Ende der Veranstaltung ergaben sich ein paar spannende Einzelgespräche mit Teilnehmern aus dem Publikum, die aus ganz unterschiedlichen Gründen direkt auf die AfD-Mitglieder zukamen.

Ein Herr von der Aids-Hilfe versprach freundlich, die AfD Wiesbaden beim Wort zu nehmen. Eine Frau erklärte dagegen empört, dass sie das heutige „Schaulaufen“ absolut bodenlos fände und man allgemein wisse, wie „schwulenfeindlich“ die AfD sei.

Als die Frauenbeauftragte der Stadt Wiesbaden einen der anwesenden homosexuellen AfD-Mitglieder mit den Worten verabschiedete: „grüßen Sie Ihren Mann ganz herzlich von mir“, war bei vielen umstehenden Personen ein ungläubiges Staunen zu beobachten, dass es tatsächlich und nicht nur behauptet, homosexuelle Menschen in der Alternative für Deutschland gibt.

Die AfD steht zwar für Werte wie die klassische Familie. Das schließt allerdings eine Wählbarkeit für homosexuelle Bürger und lesbische Bürgerinnen nicht aus. Ein wertkonservatives Weltbild haben die unterschiedlichsten Menschen.

Unabhängigen Analysen zufolge wählen bereits etwa sieben Prozent aller homosexuellen Menschen in Deutschland die AfD. Das liegt zwar deutlich unter dem Bundesdurchschnitt der AfD von aktuell vierzehn Prozent, ist aber bereits eine signifikante Zahl. Die Tendenz ist, aus verschiedenen Gründen, durchaus steigend.

Auch wenn die Stimmung an diesem Abend doch sehr skeptisch gegenüber der AfD war, bleiben die Mitglieder der AfD gewohnt freundlich und sachlich. Es wurden hoffentlich ein paar der sehr einseitigen Klischees durchbrochen und einige der rund einhundert Teilnehmer dazu gebracht, ihr negatives Weltbild über die AfD zu hinterfragen.

 

18.09.2016

Merkurist

„LSBT*IQ-Arbeit ist Menschenrechtsarbeit“

Kampagnen planen und Projekte umsetzen und Vereinsarbeit koordinieren: Die Aufgaben des Runden Tisches Wiesbaden sind vielfältig und aktuell rein ehrenamtlich organisiert. Eine Koordinierungsstelle soll diese Aufgaben bündeln. weiterlesen…

 

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